Stammzellen-Spenderin Jasmin SchafferStammzellen-Spenderin Jasmin Schaffer

Im vergangenen Schuljahr führten die Kaufmännische Berufsschule und die Staatliche Wirtschaftsschule in Zusammenarbeit mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern unter dem Motto „Deggendorf gegen Blutkrebs“ eine große Typisierungsaktion durch.

Nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler waren aufgerufen, sich an dieser Aktion zu beteiligen, sondern die ganze Bevölkerung. Insgesamt nahmen 840 Menschen an dieser Typisierungsaktion teil.
Bis heute lässt sich feststellen, dass 12 Personen durch unsere Typisierungsaktion bereits von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern kontaktiert wurden, die als Knochenmarkspender/-in infrage kommen.
Eine dieser Personen war die damals 19-jährige Jasmin Schaffer, die gerade ihre Ausbildung zur Industriekauffrau an unserer Schule in Deggendorf abgeschlossen hatte. Sie hat bereits im Juli des vergangenen Jahres Stammzellen gespendet und so womöglich ein Leben gerettet. Im Interview erzählt sie, wie sie als Knochenmarkspenderin einem Menschen helfen konnte.

1. Hallo Frau Schaffer, wie kam es zu Ihrer Entscheidung, sich typisieren zu lassen?

Schaffer: Nachdem wir an der Berufsschule einen Vortrag durch Herrn Gleißner bezüglich Typisierung hörten, entschloss ich mich dazu, dies selbst zu tun.

2. Wie haben Sie die Typisierungsaktion an der Schule erlebt?

Schaffer: Am Tag der Typsieriungsaktion konnte sich jeder freiwillig typisieren lassen. Jedem wurden ein paar Milliliter Blut abgenommen und die Personaldaten festgehalten. Nachdem ich seit meinem 18. Lebensjahr Blut spende, war die Blutabnahme kein Problem für mich. Ich finde es toll, dass solche Aktionen an Schulen angeboten werden, denn somit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich junge Menschen beteiligen.

3. Sie sind Knochenmarkspenderin und haben womöglich ein leben damit gerettet. Was ist das für Sie für ein Gefühl?

Schaffer: Es ist ein gutes Gefühl, wobei man oft an den Empfänger denken muss, ob alles geklappt hat bzw. ob die Stammzellen vom Körper des Empfängers angenommen wurden.

4. Wie haben Sie damals die Mitteilung erhalten, dass Sie als Spenderin ausgesucht wurden?

Schaffer: In einer E-Mail wurde ich benachrichtigt, dass ich wohl als Spender in Frage kommen würde. Doch später, als feststand, dass ich als Spender geeignet bin, wurden alle Vorgänge via Telefonate bzw. Briefe vereinbart.

5. Wie lief die Stammzellenspende genau ab?

Schaffer: Als Allererstes musste ich zu einer Blutabnahme zu meinem Hausarzt. Dabei wurde noch genauer untersucht, ob meine Stammzellen für den Empfänger passend sind. Nachdem das Ergebnis gut ausgefallen ist, musste ich nach Gauting (München). Dort wurde ich körperlich untersucht, ob ich für eine Stammzellenspende geeignet bin. Fünf Tage vor der Spende bekam ich Spritzen. „Bedeutet: Die Spritzen bewirken, dass sich im Körper durch einen möglichen grippeartigen Infekt so viele Stammzellen wie möglich bilden.“ Am Tag vor der Spende reiste ich bereits nach Gauting und wurde in einem Hotel untergebracht. Meine Stammzellenspende selber, die durch eine Bluttransfusion stattgefunden hat, dauerte etwa 4 Stunden (Durch eine Blutwäsche, die von einem Arm entnommen und in den anderen Arm eingeführt wurden, konnten Stammzellen entnommen werden). Während der Spende konnte ich mir durch Filmeschauen die Zeit vertreiben. Nachdem die Anzahl der Stammzellen erreicht wurde, bekam ich eine warme Mahlzeit. Noch am selben Tag durfte ich wieder nach Hause.

6. Will man denn als Spender überhaupt wissen, wem man gespendet hat, oder ist einem das eher gleichgültig?

Schaffer: Als Spender möchte man auf alle Fälle wissen, welcher Person man
durch die Stammzellenspende ein zweites Leben schenken durfte.

7. Was würden Sie Menschen sagen, die vor der Entscheidung stehen, sich typsieren zu lassen?

Schaffer: Man sollte sich auf alle Fälle typisieren lassen, denn man hat nichts zu verlieren. Im Gegenteil, man hilft anderen Menschen und rettet somit auch Leben.

8. Würden Sie es wieder machen?
Schaffer: Ich würde es auf jeden Fall wieder machen. Schon alleine mit dem Gefühl man „rettet Leben“.

Wir bedanken uns für Ihr Interview und wir wünschen Ihnen alles Gute.