Fahrt mit der DampflockFahrt mit der Dampflock

Innsbruck, Hauptstadt des Bundeslandes Tirol im Westen Österreichs, ist seit Langem ein beliebtes Wintersportzentrum in den Alpen. Die Klasse 10 B der Staatlichen Wirtschaftsschule Deggendorf nutzte die zweite Spätsommerwoche im September, um ihre Abschlussfahrt nach Innsbruck durchzuführen, bei der ein Highlight das nächste ablöste.

Am Tag der Ankunft führte der erste Programmpunkt die Schülerinnen und Schüler in den Alpenzoo Innsbrucks, der einer der höchstgelegenen Zoos Europas ist. Leider waren, wie in vielen Zoos, die Gehege viel zu klein.
Seit mehr als 128 Jahren arbeiten sich kleine Dampfloks, die zur ältesten ausschließlich dampfbetriebenen Zahnradbahn Europas gehören, täglich den steilen Berg von Jenbach zum Achensee hinauf, was an sich schon ein Erlebnis war. Bei einer Bootsrundfahrt auf dem Achensee, Tirols größten See, beeindruckte die faszinierende Berglandschaft des Karwendel- und Rofangebirges im Herzen der Alpen. Leider fand sich dieses Mal keine Gelegenheit, der Gaisalm für eine zünftige Brotzeit beim Anlegen einen Besuch abzustatten.
Nach einer 800 Meter tiefen Einfahrt mit der Grubenbahn erwartete die Jugendlichen ein außergewöhnliches Erlebnis unter Tage. Sie folgten den Spuren der Bergleute, die vor über 500 Jahren Silber und Kupfer abbauten und erfuhren Wissenswertes über das raue Leben der Schwazer Bergknappen. Das Schwazer Silberbergwerk war eine der größten und ertragreichsten Gruben des Spätmittelalters. Ein Besuch des Silberbergwerks bereichert jedes erlebnispädagogische Programm.
Besichtigung von Schloss TratzbergBesichtigung von Schloss Tratzberg

Eindrucksvoll präsentierte sich das Renaissance-Schloss Tratzberg zwischen Jenbach und Schwaz hoch über dem Inntal, das gut zu Fuß oder mit dem hauseigenen Bummelzug, dem „Tratzberg Express“, zu erreichen ist. Selbstverständlich wurden beide Möglichkeiten genutzt. Die Schüler und Schülerinnen erwartete ein Rundgang der besonderen Art. Ein Audioguide führte sie über die Arkaden des Schlosses zu beeindruckenden Räumlichkeiten, deren Höhepunkte die Fuggerkammer mit einem der wertvollsten Möbelstücke des süddeutschen Raumes, dem Reifensteiner Kasten, und aus Sicht der Jugendlichen die Rüstkammer mit zahlreichen Exponaten darstellten.
Panorama-Blick vom BergiselPanorama-Blick vom Bergisel

Anschließend ging es mit der Mayrhofner Bergbahn hinauf in luftige 2 000 Meter Höhe. Die Spannung war regelrecht zu spüren, als die Könige der Lüfte nur eine Handbreite über den Köpfen der Jugendlichen hinwegschwebten, um sich im nächsten Moment im Steilflug auf einen Köder zu stürzen. Man kann ohne Übertreibung von faszinierenden Momenten auf Europas höchstgelegener Greifvogelstation sprechen.
Und wer glaubt, es gäbe nicht noch mehr atemberaubende Momente in und um Innsbruck, der irrt gewaltig, denn einen unglaublichen Ausblick auf Innsbruck bietet die Faszination einer Skisprungstätte mit Olympischer Vergangenheit, nämlich die Bergisel-Schanze. Die Klasse konnte beim Training der Skispringer zusehen und sowohl die Aussichtsterrasse als auch das Panorama-Restaurant aufsuchen. Lohnenswert war auch der Besuch des Tiroler Kaiserjägermuseums, das unterirdisch mit dem Museum „Das Tirol Panorama“ verbunden ist, in dem das Innsbrucker Riesenrundgemälde, eine 360° Darstellung der 3. Schlacht am Bergisel, das Herzstück des Museums bildet.
Die Biererlebniswelt Starkenberg führte auf einer imposanten Schaufläche in das Thema Bier ein. Der Biersommelier lehrte Interessantes über Braukunst und Geschichte des Starkenberger Bieres, von den Anfängen bis zur hochmodernen Brauerei von heute. Im gleichen Moment fanden sich die Schüler und Schülerinnen in den mittelalterlichen Gewölben, Gängen und Schlossräumen wieder, wobei die Besichtigung des „Bierbads“ besonders fantasieanregend wirkte.
Einen gelungenen Abschluss des erlebnispädagogischen Programms lieferte das Audioversum, das die Jugendlichen nicht nur in interaktive Hörwelten entführte, sondern sie in der Ausstellung „Geruchswelten“ ihre Nase testen und erfahren ließ, was alles beim Riechen im Gehirn passiert. In der zweiten Sonderausstellung „Superhirn“ drehte sich alles um das menschliche Gehirn und seine Funktionen.
In ihrer Freizeit stand Innsbrucks Altstadt mit dem Goldenen Dachl, dem Hard Rock Cafe, Swarovski und Primark hoch im Kurs der Jugendlichen. Rasanten Rodelspaß bot der Alpine Coaster in malerischer Bergwelt.

Von OStRin M. Rogler-Frankenhuizen und StR M. Loibl