Schulleiter Johann Riedl begrüßt einen Teil der Schüler beim Probeunterricht.

Zu den Besonderheiten des bayerischen Schulwesens zählt eine Schulart, die seit Generationen kaufmännische Nachwuchskräfte ausbildet, zwischenzeitlich aber auch auf technische Berufe oder auch den Besuch der Fachoberschule vorbereitet:

die Wirtschaftsschule. Rund 17.000 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit eine Wirtschaftsschule. Sie zählt gemäß Art. 14 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen zu den beruflichen Schulen (Berufsfachschule). Die Wirtschaftsschule führt zum bundesweit anerkannten mittleren Schulabschluss.
Diese Woche fand an der Staatlichen Wirtschaftsschule Deggendorf trotz Corona-Pandemie der Probeunterricht statt; somit ist das Aufnahmeverfahren für diese beliebte Schulart für das Schuljahr 2021/2022 nahezu abgeschlossen.
Die Schülerinnen und Schüler aus der 5., 6. bzw. 7. Jahrgangsstufe der Mittelschule, die den Schnitt von 2,66 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik nicht geschafft hatten, mussten sich den landeseinheitlichen Aufgaben in den Fächern Deutsch und Mathematik stellen.
Dem Probeunterricht werden dabei die Anforderungen der zuletzt besuchten Jahrgangsstufe unter Berücksichtigung der Anforderungen der Wirtschaftsschule zugrunde gelegt.
Auf Grund der geeigneten und bereits angemeldeten Schülerinnen und Schüler geht der Schulleiter der Staatlichen Wirtschaftsschule Deggendorf, Oberstudiendirektor Johann Riedl, davon aus, dass im Schuljahr 2021/2022 eine 6. Klasse und zwei 7. Klassen der vierstufigen Form der Wirtschaftsschule gebildet werden können.
Die Deggendorfer Wirtschaftsschule ist somit weiterhin die schülerstärkste Wirtschaftsschule im Regierungsbezirk Niederbayern. Selbstverständlich gibt es an der Schule auch ein Ganztagesangebot in der „offenen“ Form und zwar für Schülerinnen und Schüler aller Klassen. Der Vorteil dieses Konzepts liegt darin, dass es jahrgangsstufenübergreifend angeboten werden kann. Eine Teilnahme ist bereits ab zwei Nachmittagen in der Woche möglich.
Aufgrund der aktuellen Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie ist es leider nicht möglich, eine Elternversammlung zum Thema Ganztagesschule abzuhalten. Deshalb kann man das Konzept zum offenen Ganztag in kurzen Videosequenzen auf der Homepage der Wirtschaftsschule unter www.wsdeg.de abrufen.
Interessierte Schülerinnen und Schüler haben auch nach dem Probeunterricht noch die Möglichkeit, an die Wirtschaftsschule zu wechseln: Voraussetzung dafür ist, dass im Jahreszeugnis ein Notendurchschnitt von 2,66 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik erreicht oder eine Aufnahmeprüfung für den M-Zug der Mittelschule bestanden wird. Auch Realschüler und Gymnasiasten haben noch bis zum Schuljahresende die Möglichkeit, ihre Schullaufbahnentscheidung zu korrigieren und an die Wirtschaftsschule zu wechseln.
Ab Schuljahr 2020 gibt es ferner an der Wirtschaftsschule auch das Angebot „BerufsschulePLUS – BS+“; diese Form richtet sich an besonders leistungsfähige und leistungsbereite Auszubildende aller Ausbildungsberufe, die neben ihrer Berufsausbildung das Fachabitur (= Fachhochschulreife) erwerben wollen. Infos unter www.wsdeg.de oder www.bsplusdeg.de.
Von G. Grimm, StD