Kleingruppe 10 c mit Schulleiter OStD Johann RiedlKleingruppe 10 c mit Schulleiter OStD Johann Riedl

„VIELFALT. RESPEKT.“ – So lautet das diesjährige Schulmotto für die Wirtschaftsschule. Um den Schülerinnen und Schülern diesen Slogan näher zu bringen, veranstaltete das Werteteam, bestehend aus den Schülerinnen Magdalena Hallmen, Natalia Suchomski, Ronja Reitberger sowie den Lehrkräften StRin Astrid Schützeneder, StR Michael Gleißner und der Schulsozialpädagogin Tuba Pfeilschifter den TAG DER VIELFALT.

Dabei durchliefen alle Jugendlichen der zehnten und elften Jahrgangsstufe jeweils vier Stationen zu diesem Thema: Vielfalt an der WS DEG, Handicaps, Jugendkultur und Diversity.

INTERKULTURALITÄT: Bei der ersten Station wurde den Kleingruppen die Interkulturalität an der Wirtschaftsschule vorgestellt und bewusstgemacht. Sie betrachteten eine Weltkarte, an der im Voraus von allen Schülerinnen und Schülern die Herkunftsländer ihrer Eltern mit einer Pinnnadel visualisiert wurden. Hierbei war interessant, dass die Jugendlichen nicht nur aus europäischen Ländern abstammen, sondern auch aus weit entfernten wie Sri Lanka, Indien, Brasilien, Kanada oder Grönland.

Weltkarte mit Pinnnadeln als Visualisierung der Herkunftsländer der ElternWeltkarte mit Pinnnadeln als Visualisierung der Herkunftsländer der Eltern
Flaggen der 43 Nationen werden von den Jugendlichen den Ländern zugeordnet.Flaggen der 43 Nationen werden von den Jugendlichen den Ländern zugeordnet.

Insgesamt sind an der Wirtschaftsschule 43 Nationen „vertreten“. Zu allen dieser 43 Länder mussten die Kleingruppen die Flaggen richtig zuordnen, anschließend wurden sie mit einem internationalen Buffet belohnt. Die landestypischen Spezialitäten wie Börek (Türkei), Krepli (Russland), Samosa (Indien) oder Papadam (Sri Lanka) wurden von den Schülerinnen und Schülern selbst gekocht bzw. gebacken und gesponsert.

Teil des internationalen BuffetsTeil des internationalen Buffets

LEBEN MIT EINEM HANDICAP: Bei der zweiten Station wurde den Schülerinnen und Schülern anhand zweier Kurzfilme gezeigt, wie das Leben mit einer Behinderung sein kann. Zusätzlich konnten sie an einer Postkarte spüren, wie sich Respekt für blinde Personen anfühlt. Sie erlernten einige Wörter in Gebärdensprache und mussten ein Teamspiel erfolgreich bewältigen, wobei die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedliche Handicaps hatten: blind, taub oder im Rollstuhl sitzend. Die Jugendlichen begriffen schnell, dass sie die Aufgabe nur schaffen, wenn alle zusammenhelfen.

Teamspiel mit verschiedenen HandicapsTeamspiel mit verschiedenen Handicaps

JUGENDKULTUREN UND DISKRIMINIERUNGEN: Bei der dritten Station konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe der Ausstellung „Der z/weite Blick“ über die weltweit bestehenden Jugendkulturen und die damit einhergehenden vielfältigen Diskriminierungsformen informieren. Die Ausstellung wurde vom Archiv der Jugendkulturen e. V. konzipiert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. Die Klassen wurden von der Schulsozialpädagogin Tuba Pfeilschifter durch die Ausstellung begleitet. Die Jugendlichen setzten sich mit aktuellen Jugendkulturen auseinander: „Was ist eine Jugendkultur? Welche Richtungen gibt es? Welche Jugendkultur lebe ich? Für welche Lebensstile und künstlerischen Ausdrucksformen stehen die einzelnen Jugendkulturen? Was ist ihre Message?“
Zudem wurden Gruppen und rassistische Strömungen vorgestellt vor denen Vorsicht geboten ist: Neonazis, Identitäre Bewegungen (z. B. Reichsbürger), Antisemitismus, Antimuslimischer Rassismus, Antiziganismus (Diskriminierung z. B. von Sinti und Roma) und Salafismus. Sie wurden in der Ausstellung thematisiert und der Versuch gestartet, die jungen Menschen dahingehend aufzuklären und zu sensibilisieren. Weitere Themen waren noch Social Media, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit. Die Schülerinnen und Schüler interessierten sich sehr für die Themen und zeigten sich gesprächs- und diskussionsfreudig. In Anlehnung an die Ausstellung gab es noch von den Ausstellungsanbietern (Archiv der Jugendkulturen e. V.) ein Interventionsset konkret zu den Themen „Rassismus“, „Antisemitismus“, „Antimuslimischer Rassismus“ und „Sexismus“. Diese Sets bestanden aus Give-Aways wie z. B. Buttons mit dem Slogan „Sexismus nervt!“, Armbänder mit der Aufschrift „Be different“ oder viele Aufkleber und Postkarten mit unterschiedlichen Slogans gegen Diskriminierungsformen. Dies kam bei den jungen Leuten besonders gut an und die Give-Aways waren binnen kurzer Zeit alle vergriffen. Wir danken unseren Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften für den tollen Austausch und - nicht zu vergessen - danken wir herzlich dem Jugendforum Deggendorf für seine finanzielle Unterstützung der Ausstellung!

Tuba Pfeilschifter begleitete die Klassen durch die Ausstellung „Der z/weite Blick“.Tuba Pfeilschifter begleitete die Klassen durch die Ausstellung „Der z/weite Blick“. 

DIVERSITY: Bei der vierten Station klärte Eva Apfl, Vorständin Diversity München e. V., die Jugendlichen über das Thema sexuelle Identitäten auf und konnte viele offene Fragen beantworten. Homo- oder Bisexualität und Transgender sind nach wie vor „Tabu-Themen“ in der Gesellschaft. Und Betroffene leiden sehr unter der Tabuisierung und der Diskriminierung. Frau Apfl berichtete von ihren eigenen Erfahrungen beim Outing und stellte auch allgemein die Situation der Betroffenen vor. Zudem gab sie wertvolle Tipps, z. B. „Wo kann ich mich als Betroffene/-r oder als Interessierte/-r hinwenden? Wo gibt es Beratungsstellen?“ Wir danken Frau Apfl für ihr ehrenamtliches und leidenschaftliches Engagement!

Der Tag der Vielfalt war eingebettet in der Woche der Begegnung der Aktion „Demokratie leben!“ der Stadt Deggendorf und in der „Werte-Offensive“ des Kultusministeriums.
Durch diese vier unterschiedlichen Stationen haben die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie vielfältig unsere Gesellschaft ist und dass man dies respektieren muss. So hofft das Werteteam, dass diese Aktion die Jugendlichen dazu motiviert sich für mehr Respekt im Umgang miteinander oder mit den Lehrkräften innerhalb des Klassenverbunds einzusetzen und so das Schulklima zu verbessern. Zudem soll allen Jugendlichen verdeutlicht werden, dass wir jegliche Form von Intoleranz von Anfang an verhindern wollen. Alle Schülerinnen und Schüler sollen eine Lernumgebung vorfinden, mit der sie sich identifizieren können und in der sich niemand ausgegrenzt fühlt.

Text sowie Fotos von StRin Astrid Schützeneder, StR Michael Gleißner und Schulsozialpädagogin Tuba Pfeilschifter